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Dr. Tobias Meier

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Forschung

Meine Forschungskompetenz besteht in der Analyse und Reflektion von

  • politischem Handeln auf kommunaler Ebene,
  • der Organisation sozialer Infrastruktur,
  • geschichtlicher Entwicklung von Methoden und Konzepten in Sozialer Arbeit und Sozial- und Raumplanung und
  • der besonderen Rolle von Religion im gesellschaftlichen Miteinander.

Hierfür nutze ich meine praktischen und theoretischen Bezüge aus den Disziplinen Soziale Arbeit und Stadt- und Regionalplanung sowie den dazugehörigen Bezugswissenschaften. Derzeit arbeite ich an folgenden Forschungsthemen:

Gemeinwesenarbeit und Community Organizing in Theorie und Praxis: In diesem Bereich werden die historischen und methodischen Grundlagen von Gemeinwesenarbeit und Sozialraumorientierung vertieft.

  • Geschichte und Gegenwart von Gemeinwesenarbeit: Aufbauend auf einem archivarischen Forschungsansatz werden derzeit die methodischen und geschichtlichen Grundlagen von Gemeinwesenarbeit vertieft erforscht. Neben Personen wie Friedrich Siegmund-Schultze oder Jane Addams oder Organisationen wie die Aktion Sühnezeichen stehen dabei vor allem die räumlichen Überschneidungen in den deutschen Großstädten im 20. Jahrhundert und die Rezeption in der Lehre an den Fachhochschulen im Mittelpunkt. Hierbei kann auf ein weitreichendes Netzwerk von Forscher*innen aus dem europäischen Ausland und den USA zurückgegriffen werden.
  • Community Organizing: Mit einer starken Basis in Institutionen, hat sich Community Organizing als basisdemokratischer Ansatz in Städten der USA in den 1930er Jahren entwickelt. Mittlerweile hat sich Community Organizing weltweit ausgebreitet und auch in Deutschland etabliert. Als langjähriger Community Organizer ist es mir ein Anliegen, Theorie und Praxis des Community Organizing wissenschaftlich weiterzuentwickeln und vor allem in Hinblick auf gesellschaftliche Trends und den europäischen Kontext weiterzudenken. In diesem Sinne wirke ich auch im Core Team des Editorial Boards der wissenschaftlichen Zeitschrift „Community Organizing Journal“ mit.
  • Quartiersentwicklung: In Deutschland hat das Quartier seit den 2000er Jahren an Bedeutung gewonnen und zu verschiedenen Förderprogrammen geführt. Sowohl in der Stadtplanung als auch in der Sozialen Arbeit soll damit lokalen Benachteiligungen entgegengewirkt und Empowerment initiiert werden. Die Vielfalt der Ansätze und Praxen sind aber nur wenig systematisiert. Diese Forschungslücke schließe ich gerade zusammen mit Kai Zander und der Erstellung einer Grundlagenpublikation zum Thema.
  • Archiv für Gemeinwesenarbeit: Aufbauend auf der Erkenntnis, dass viele Originalmateralien sowie -stimmen aus den frühen Jahren der Gemeinwesenarbeit mit Ruhestand und zunehmenden Alter der Protagonisten in Gefahr sind, verloren zu gehen, wurde im Jahr 2022 damit begonnen, diese systematisch zu sammeln. Als Vorstand und Gründer des Archivs für Gemeinwesenarbeit wirke ich maßgeblich am Erhalt und der wissenschaftlichen Auswertung dieser Materialien mit.
  • Orte und Methoden der Partizipation und Bürgerbeteiligung: Vor dem Hintergrund einer zunehmenden Komplexität oder sogar Ablehnung der deliberativen und partizipativen Demokratie spielen Partizipation und Bürgerbeteiligung eine immer größere Rolle. Hierfür soll erkundet werden, welche Methoden und Zugänge heutzutage besonders relevant sind und die Frage der notwendigen Orten und Strukturen besonders betrachtet werden.

Planung und Steuerung sozialer Infrastruktur: In diesem Bereich werden die Strukturen und Prozesse zur Planung, Steuerung und Bereitstellung sozialer Infrastruktur erforscht und Modelle zur zukunftsfähigen Daseinsvorsorge entwickelt.

  • Vernetzte Versorgungsräume: In der Weiterentwicklung des Systems Zentraler Orte werden Strukturen und Prozesse entwickelt, wie auch in ländlichen oder ungleich strukturierten Räume eine Versorgung mit sozialen Diensten möglich ist. Hierbei kommt der Sozial- und Regionalplanung eine besondere Rolle zu.

Religion und Gesellschaft: Der Stellenwert von Religion in der Gesellschaft verändert sich kontinuierlich und soll anhand von Fallbeispielen und lokalen Prozessen sichtbar gemacht werden.

  • Kommunale Religionspolitik: Seitens der Kommunen finden deutschlandweit Steuerungsbemühungen hinsichtlich religiöser Vielfalt statt. Die Gesamthet dessen beschreibt und umfasst die kommunale Religionspolitik, deren Handlungsmuster und Grenzen es zu erforschen gilt.
  • Tod und Sterben: Um den gesellschaftlichen Stellenwert von Tod und Sterben neu zu fassen, werden Sterbeverläufe und regionale Infrastrzukturen des Sterbens vertieft untersucht. Ziel ist es hierbei, Tod und Sterben in einer neuen Zeitlichkeit und als Netzwerkstruktur zu verstehen.
  • Zeichen und Spuren von Religion: Jenseits von religiösen Gebäuden, lassen sich Zeichen und Spuren von Religion auf verschiedenen Ebenen und Orten sichtbar machen. Ein relationales Raumverständnis voraussetzend, kann hierbei der Strukturwandel des Religiösen sicht- und begreifbar gemacht werden.

Gemeindesoziologische Grundlagenforschung: Ergänzend zu den drei Schwerpunktbereichen werden die grundlegenden Strukturen und Prozesse (lokaler) Gemeinwesen erforscht und mit gemeindesoziologischen Diskursen zusammengebracht.

  • Sozialität und Gesellschaft: In diesem Bereich soll die strukturelle Einbindung des Individuums in das lokale Gemeinwesen sowie die überregionalen gesellschaftlichen Strukturen reflektiert und in Form eines allgemeinen Modells weiterentwickelt werden.
  • Was ist eine Stadt?: Aufbauend auf den Erkenntnissen der Chicago School of Sociology soll ein erweitertes Verständnis davon entwickelt werden, „was eine Stadt ist“. Hierfür werden systemtheoretische Zugänge mit einer Analyse des institutionellen Gefüges vor Ort verbunden und hinsichtlich einer Verallgemeinerbarkeit reflektiert.

Kategorien

  • Gemeinwesenarbeit
  • Religion
  • Stadt
  • Stadtpolitik

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